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   15.10.15 00:47
    ...da ist viel Wahres dr






Demenz und was am Ende bleibt

In meinem Beruf zu arbeiten, stellt für die meisten wahrscheinlich ein "Ding der Unmöglichkeit" dar. Was ist das schon, Altenpfleger?

Ganz ehrlich, manchmal frage ich mich das auch. Ich denke oft, warum tust du dir das an? Der Stress mit den Ärzten, den Angehörigen, Kollegen, Vorgesetzten, Bewohnern, Therapeuten, Krankenhäusern... Lohnt sich das? Naja, die Frage kann ich manchmal nur von einen Tag auf den nächsten beantworten. Ja, meistens lohnt sich das schon. Aber oft ist es einfach nur irgendwie traurig. Da kann man nicht mal ein Anfang oder ein Ende finden warum das so traurig ist. An und für sich, ist es wahrscheinlich halb so wild alt und pflegebedürftig zu sein. Es ist schon gut, dass es Heime gibt. Es leigt nun mal nicht jedem seine Angehörigen zu pflegen. Nicht jeder geht damit gleich offen in der Familie um. Und auch nicht jeder pflegebedürftige Mensch akzeptiert das Hilfe von seinen lieben zu bekommen. Manchmal fühlt man sich dadurch noch hilfloser.

Was mich aber immer trifft, ist die Leere der Demenz. Heute ist mir das mehrfach wieder bewusst geworden. Es gibt einige, die fühlen sich mit ihrer Demenz in ihrem Kosmos wohl, das ist ersichtlich. Aber es gibt auch viele Menschen, die sind ängstlich, traurig, wütend, besorgt oder angespannt und wissen nicht einmal warum. Wie muss das wohl sein, so viele Gefühle und keinen Grund? Die positven Gefühle nimmt man ja einfach gern an, lebt mit ihnen, fühlt sich gut. Da kann es ja egal sein woher sie kommen. Wer hinterfragt das schon, wenn er gutgelaunt aufsteht, außer es gibt einen Grund.

Ich habe eine Bewohnerin, die ständig ruft "Ich hab Angst!". Fragt man sie, weiß sie nicht warum. Sicher wird sie daher von vielen nicht für voll genommen. "Ja das sagt sie ständig, da ist aber nichts dabei"

Woher will man das denn wissen, frag ich mich. Stecke ich in diesem Kopf? Ein demenziell erkrankter Mensch hat eigentlich meist garnicht mehr den Horizont um sich etwas auszudenken. Was er sagt, erlebt er gedanklich ja gerade.

Es gibt da auch die anderen traurigen Seiten. Das Vergessen. Und das ist bei weitem nicht so lustig wie "jeden Tag neue Leute kennen lernen". Ich sagte einer Bewohnerin heute, das ihre Tochter zu Besuch kommt. Die Antwort... "Ich habe eine Tochter...? Das weiß ich jetzt garnicht so genau.." Und das habe ich nicht zum ersten Mal gehört...

 

Was bleibt denn nun am Ende des Lebens, wenn man alt und gebrechlich oder vielleicht sogar dement ist? Gefangen im Geist, oder vielleicht auch gefangen im Körper? Am Sterbebett habe ich viele Menschen meistens nur bereuen hören. "Ach hätte ich doch nur..." Man muss sich mal bewusst machen, dass irgendwann der Punkt kommt, das "hätte" einfach nicht mehr umsetzen zu können. Es geht einfach nicht mehr. Als junger Mensch, denkt man nicht darüber nach. Wohle dem, der sein Leben in vollen Zügen auskostet, Dinge tut von denen er träumt, um am Ende nichts zu bereuen. Denkt man aber immer daran, zwischen Arbeit, vielleicht schon Familie und Gesellschaftlichen Erwartungen? Ich denke die wenigsten. Viele haben bestimmt Träume, den einen oder anderen, den sie sich irgendwann mal erfüllen. Doch ich sage (mir selbst zumindest), dass es auch die Kleinigkeiten sind, die am Ende aller Tage das Große und Ganze ausmachen. Egal ob ein Konzert Besuch oder ein Städte Trip. Es wünscht sich sowieso jeder etwas anderes.

Ich glaube zwischen Facebook, Arbeit, Familie etc geht das einfach unter.

Aber es ist so. Wir leben nur einmal. Und das genau Jetzt.

 

 

Bis bald

 

Lied des Tages ist heute übrigens:

Marteria - Endboss (sogar passend zum Thema)

 

PS: Heute in einer Woche... Endlich!!! 

15.10.15 22:09


Schnee, Gerüchte und ab ins Bett

Nach 2 freien Tagen bin ich wieder zurück in M.

Die Fahrt war grauenhaft. Wir hatten 10cm Neuschnee... Und ich habe noch Sommerreifen drauf. Nein, das war nicht witzig. Mir ist zweimal der Hintern weggerutscht und wenige Minuten vor mir ist ein Auto gegen einen Baum gekracht.  Ich bin gleich ausgestiegen um zu helfen, aber der Fahrer hatte Glück. Er hat schon gewunken das alles okay ist als er mich sah und telefonierte schon fleißig... Der arme Kerl. Mich hat es ganz zittrig gemacht... Ich brauchte erstmal ne Zigarette...

Nagut, nach einiger Zeit hatte ich es dann auch mal auf die Autobahn geschafft, dort ging es dann wieder zügig vorwärts.

 

Aber ich weis zurzeit noch nicht sehr viel mit mir anzufangen. Ich werd auch gleich ins Bett gehen, dass die Zeit schneller rumgeht. Morgen ist es dann nur noch eine Woche... Puh... Endlich! Mir fehlt wirklich seine Gesellschaft. Es kann so langweilig im Heim sein. Ständig verleite ich meine Kollegen zur Raucherpause, die sind mit Sicherheit schon genervt von mir, hihihi. Noch hab ich ja meinen Hund dabei, der gibt einen ja immer noch so nen "Beweg dich mal" Anstoß. Wenn ich Montag Abend für einen Tag nochmal heim fahre, lass ich ihn dann aber zuhause. Möglicherweise müssen wir ab 01. November in eine Gästewohnung ziehen, und da ist er daheim besser aufgehoben. Muss nicht sein das er dann neun Stunden allein ist...

 

Aber das mit der Gästewohnung könnte sich interessant gestalten. Das gibt mehr Freiheiten und kein lästiges Verstecken mehr. Man schwatzt und tratscht sowieso schon genug hier. Naja, es sei ihnen vergönnt. Ob es wohl noch so reizvoll wäre, wenn sie wüssten das sie Recht haben? Dann wäre bestimmt Thema, was ich für ein böser Mensch bin 

 

Sei es drum. Es wird schon kommen wie es kommen soll. Ich für meinen Teil schnapp mir jetzt die Anne F. um endlich mal zu Ende zu lesen und hau mich in die Koje.

 

Lied des Tages ist heute übrigens 

Ben Howard - Oats in the Water.

 

Liegt mir den ganzen Tag im Kopf. Vielleicht weil es sein Klingelton ist...

Gute Nacht! 

28.2.05 17:13


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